Höchstfeste Materialien
Neben intelligenten Konstruktionen spielt die sorgfältige Materialauswahl beim Sicherheitskonzept der neuen E-Klasse eine wichtige Rolle. Mehr denn je gibt Mercedes-Benz hoch- und ultrahochfesten Stahllegierungen den Vorzug, weil sie bei minimalem Gewicht maximale Festigkeit bieten und deshalb zur Erfüllung der strengen Anforderungen in puncto Betriebsfestigkeit und Sicherheit unverzichtbar sind.
Etwa 72 Prozent aller Bleche der Rohbaukarosserie der neuen E-Klasse bestehen aus solchen Stahlsorten - ein neuer Spitzenwert in der Pkw-Entwicklung. Der Gewichtsanteil der ultrahochfesten Hightech-Legierungen, die das Drei- bis Vierfache der Zugfestigkeit herkömmlicher hochfester Stahlsorten erreichen, beträgt rund acht Prozent. Sie werden dort eingesetzt, wo bei einem Unfall sehr hohe Materialbelastungen auftreten können - zum Beispiel beim Seitenaufprallschutz als Werkstoff für die B-Säulen und die seitlichen Dachrahmen sowie im Heck zur Herstellung eines stabilen Querträgers.
Ohne den Einsatz dieser modernen Legierungen wäre ein erheblicher Materialmehraufwand erforderlich, um die hohen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Beispiel B-Säule: Die Karosseriebauteile, die beim Seitenaufprall hohe Kräfte aufnehmen und in die Karosseriestruktur übertragen müssen, bestehen aus Blechschalen sowie einer großflächigen Verstärkung, die bis zur Oberkante des Gurtumlenkpunktes reicht. Eine der Schalen und die Verstärkung werden aus ultrahochfestem, warm umgeformtem Stahl gefertigt. Aus herkömmlichem Stahlblech hergestellt wären die B-Säulen jedoch mehr als ein Drittel schwerer. Die ultrahochfeste Hightech-Legierung dient also gleichermaßen Sicherheit und Leichtbau.