Interseat Protection: Komm mir nicht zu nah
Beim Unfall droht nicht nur von außen Gefahr. In unglücklichen Fällen kann es auch passieren, dass sich selbst korrekt angeschnallte Passagiere in die Quere kommen und gegenseitig verletzen. Dagegen hilft Interseat Protection in beiden Sitzreihen.
Gleich zwei Lösungsansätze auf einen Schlag stellen die Mercedes-Sicherheitsexperten mit Interseat Protection vor: ein Schutzsystem für Fahrer/Beifahrer sowie eines für die Fondpassagiere. Beiden gemeinsam ist die örtliche Trennung der Insassen, sollte das PRE-SAFE®-System einen Unfall registrieren. Zwischen den Vordersitzen schnellt dann in Sekundenbruchteilen eine fachwerkähnliche Airbag-Stützstruktur hervor, die Fahrer und Beifahrer voneinander fern hält. Eine solche sitzfeste Lösung hat den Vorteil, dass der Schutzraum sich an die Sitzstellung der vorne Sitzenden anpasst.
Im Fond hingegen braucht die Sitzverstellung nicht berücksichtigt werden. Deswegen kommt dort bei einem erkannten Unfall ein oberhalb der Mittelarmlehne angebrachtes Schutzpolster zum Einsatz. Das Polster hilft, die beiden Fondpassagiere im ESF 2009 vor gegenseitigen Kollisionen zu schützen. Ist das Polster in Ruhestellung, kann es im Rahmen von PRE-SAFE® aktiviert werden. In Sekundenbruchteilen fährt die Sitztrennung nach oben und entfaltet die beiden Kopfstützen.
Die Mercedes-Unfallforschung hat gezeigt, dass die Köpfe der Passagiere bei einem Seitenaufprall, aber auch bei einem Überschlag, unterschiedliche Wege zurücklegen: Der Kopf der dem Unfall zugewandten Person ändert etwa 50 Millisekunden nach dem Unfall die Ausweichbewegung in Richtung Fahrzeugmitte – angestoßen vom Seiten- und Kopfairbag. Ein zweites wichtiges Ergebnis der Unfallanalyse: Nur wenn auch der Torso-Bereich abgestützt wird, kann eine Kollision der Passagiere verhindert werden. Entsprechend ist das Schutzpolster der Interseat Protection dimensioniert.
Im Normalfall ist das Schutzpolster im Fond hingegen ein neuartiges Komfortelement: Denn das Polster ist so konzipiert, dass es von den Passagieren per Knopfdruck ausgefahren werden kann und dann als Kopf- und Schulterstütze für eine bequeme Schlafhaltung dient. Denkbar ist auch eine Nutzung des Raums als Ablage- oder Kühlbox sowie Entertainmentkonsole.