Fragen und Antworten zur Standortsuche
„Prüf- und Technologiezentrum Süd“ der Daimler AG
Finden Sie hier Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Thema Daimler-Prüf- und Technologiezentrum Süd.
Erprobung unter Realbedingungen
Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Prüfzentrum“?
  • Die Daimler AG investiert mehrere Milliarden Euro in die Forschung- und Entwicklung von Automobiltechnologien für morgen. Alleine in den Jahren 2011 und 2012 sollen 10,3 Milliarden Euro aufgebracht werden - ein Großteil davon am Standort Deutschland.
  • Die Schwerpunkte der Aktivitäten liegen bei alternativen Antrieben wie Elektro-, Brennstoffzellen- und Hybridfahrzeugen sowie bei Sicherheits-Systemen.
  • Ziel dieser Entwicklungen ist letztlich die Verbrauchsreduzierung, die Minimierung des CO2-Ausstosses der Fahrzeugflotte sowie eine Verringerung von Unfällen und die Sicherung höchster Qualitätsstandards.
  • Ein Prüf- und Technologiezentrum am Standort Immendingen ermöglicht die Erprobung dieser hochinnovativen Automobiltechnologien für den späteren Kundeneinsatz direkt am Standort Baden-Württemberg durchzuführen.
Nach welchen Kriterien wurde der Standort ausgesucht?
  • Die Daimler AG hat rund 120 mögliche Flächen untersucht, jedoch von Anfang an betont, dass Konversionsflächen oberste Priorität haben müssen.
  • Der Standort muss den Interessen der Anwohner, den Belangen des Naturschutzes sowie den technischen und wirtschaftlichen Erfordernissen des Unternehmens entsprechen.
  • Das Prüf- und Technologiezentrum sollte nah an den Entwicklungszentren in Sindelfingen (bis 1 Std. Fahrzeit) und Stuttgart-Untertürkheim liegen.
  • Es wird eine Fläche mit sehr guter Verkehrsanbindung, möglichst ohne Ortsdurchfahrten gesucht.
  • Es sollten keine bestehenden Schutzgebiete verletzt werden.
  • Das Prüf- und Technologiezentrum sollte mit geringst möglichen Eingriffen in die Natur realisiert werden.
  • Ein wesentliches Kriterium bei der Flächenauswahl ist zudem der ausreichende Siedlungsabstand, so dass der Betrieb für die angrenzenden Gemeinden keine zusätzliche Verkehrsbelastung darstellt.
Welche Vorzüge bietet der Standort Immendingen?
  • Erste Priorität hat – bei entsprechender Eignung – eine mögliche Folgenutzung von bereits erschlossenen Brach- oder Konversionsflächen. Der bisherige Bundeswehr Standort Immendingen erfüllt generell diese Anforderungen.
  • Die Fläche in Immendingen bietet mit rund 420 Hektar ideale Voraussetzungen für den Bau eines Prüf – und Technologiezentrums.
  • Der Gemeinderat Immendingen hat bereits vor der Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums einstimmig einen Beschluss zugunsten der Ansiedlung des Prüf- und Technologiezentrums gefasst.
  • Der Abstand zu anliegenden Wohngebäuden ist ausreichend groß, die Autobahn dagegen nah genug um zusätzlichen Verkehr zu verhindern.
  • Mit etwas mehr als einer Stunde Fahrzeit liegt der Standort Immendingen im Rahmen der von Daimler vorgegebenen Anfahrtszeit.
  • Einige Gebäude der ehemaligen Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne ließen sich ideal in die geplante Simulationsstadt des Prüf- und Technologiezentrums einbinden.
  • Für den Bau des Prüf- und Technologiezentrums am Standort Immendingen müssen keine rein landwirtschaftlich nutzbaren Flächen erschlossen werden.
  • Voraussetzung für eine Ansiedlung von Daimler ist, dass das Gelände auch zu wirtschaftlich angemessenen Konditionen erworben und in einem ausreichenden Zeitraum Genehmigungen für Bau und Betrieb des Prüf- und Technologiezentrums erzielt werden können.
  • Daimler wird nun die erforderlichen Gespräche aufnehmen und geht zudem davon aus, dass die Gemeinde und weitere beteiligte Institutionen die notwendigen Planungen einleiten.
  • Ein erfolgreicher Abschluss dieses Prozesses ist die Vorraussetzung für eine Realisierung des Prüf- und Technologiezentrums in Immendingen.
Wie sieht ein solches Prüf- und Technologiezentrum aus?
  • Das Prüf- und Technologiezentrum soll vier zentrale Module umfassen: einen mindestens dreispurigen Ovalrundkurs, eine zweispurige Mess-Gerade mit einer Länge von min. 2.000 m, einen Dauerlaufkurs sowie eine „Simulationsstadt“, in der Fahrsituationen aus dem alltäglichen Straßenverkehr (z.B. Kreuzungen) nachgestellt werden können. Alb- und Stadtdauerlauf sollen hier ihren Platz finden und somit aus dem öffentlichen Straßenraum herausgenommen werden.
  • Als weitere Prüfmodule sind Prüfstrecken z.B. zur Geräuschmessung, Fahrten auf Schotter und verschiedenen anderen Fahrbahnbelägen oder an Steigungen vorgesehen. Außerdem Kurse zur Qualitätsabsicherung, etwa Salzwasserdurchfahrten zur Korrosionsprüfung.
  • Hinzu käme ein Gebäudekomplex für Service, Verwaltung und Arbeitsplätze von Entwicklern.
  • Vorgesehen ist auch ein Eventzentrum, das die Präsentation von neuen Fahrzeugen und Technologien für Kunden und Medienvertreter ermöglicht.
Welche Auswirkungen hat das Prüfzentrum auf die Gemeinde Immendingen und deren Anwohner hinsichtlich...
  • …der Arbeitsplätze?
Nach den aktuellen Planungen bietet das Prüfzentrum das Potenzial für die Ansiedlung von bis zu 300 Arbeitsplätzen. Neben diesen direkten Arbeitsplätzen ergeben sich an den Standorten von Automobilherstellern erfahrungsgemäß vor allem auch Impulse für das Gesamtgewerbe einer Region – z.B. in Form von neuen indirekten Arbeitsplätzen, höheren Einkommens-Steueranteilen und zusätzlichem Umsatz.
  • …der aktuellen Eigentümerverhältnisse?
Die künftige Konversionsfläche in Immendingen ist Eigentum des Bundes. Die Daimler AG würde daher nicht mit verschiedenen Eigentümern in Verhandlung treten, sondern könnte die Fläche  weitestgehend aus einer Hand erwerben. Zwei kleinere Flächen gehören noch privaten Besitzern.
  • …der Umwelt?
Im Zuge der weiteren Planungs- und Genehmigungsverfahren wird die Daimler AG die notwendigen Gutachten zur Ermittlung der Umweltauswirkungen beauftragen und auf dieser Basis mögliche Umsetzungskonzepte entwickeln. Durch die aktuelle Nutzung der Fläche als Bundeswehrkaserne käme es beim Bau des Prüf- und Technologiezentrums zu deutlich geringeren Eingriffen als an landwirtschaftlich genutzten Standorten. .
  • …der Lärmbelästigung?
Auch hierzu werden entsprechende Gutachten beauftragt. Sollten diese einen relevanten Anstieg des Lärmpegels in angrenzenden Wohngebieten aufzeigen, wird Daimler unter Einbindung der Betroffenen entsprechende Lärmminderungskonzepte entwickeln.
  • …des Verkehrsaufkommens?
Die Kriterien der Standortauswahl (Nähe zur Autobahn, weitgehende Vermeidung von Ortsdurchfahrten, Distanz zu Ansiedlungen) wird nach ersten internen Schätzungen der zusätzliche Verkehr auf den Zufahrtsstrassen nicht ins Gewicht fallen.
Wie viele Fahrzeuge werden täglich auf einem Prüf- und Technologiezentrum fahren?
  • Dies ist nicht zuletzt von den realisierten Umfängen abhängig.
  • Nach den aktuellen Planungen werden täglich maximal zwischen 300 und 400 Fahrzeuge im Einsatz sein.
An wie vielen Tagen pro Woche soll ein Fahrbetrieb stattfinden?
  • Ziel ist ein ganzjähriger Betrieb der Anlage.
  • Die Entwicklungsaktivitäten liegen erfahrungsgemäß zum überwiegenden Teil in der Kernzeit zwischen 7 und 16 Uhr von montags bis freitags.
  • Einzelne Erprobungen sind in reduziertem Umfang auch nachts und am Wochenende geplant.
  • Der Erstellung der Umweltgutachten werden wir verschiedene Betriebsmodelle zu Grunde legen und deren Auswirkungen auf das Umfeld bewerten lassen.
Welche Art von Fahrzeugen wird auf dem Gelände fahren?
  • Das Prüf- und Technologiezentrum wird auf die Erprobung von PKW und Transportern ausgelegt sein.
  • Die LKW und Nutzfahrzeuge haben ein eigenes - auf andere Belange zugeschnittenes - Erprobungsgelände bei Wörth.
Wie schnell werden die Fahrzeuge auf dem Prüf- und Technologiezentrum unterwegs sein?
  • Daimler plant keine „Hochgeschwindigkeits-Strecke“.
  • Das Prüfzentrum hat die Aufgabe neue und zukunftsweisende Antriebstechnologien und Fahrzeugtypen zu erproben.
  • Die Fahrten auf dem Gelände werden vor allem Situationen im Stadtverkehr und auf der Landstraße nachstellen.
Wird das Gelände für die Öffentlichkeit abgeriegelt sein?
  • Schon aus Gründen der Sicherheit für Mensch und Tier ist es absolut erforderlich, ein versehentliches bzw. unbefugtes Betreten des Prüfzentrums auszuschließen.
  • Die entsprechenden Begrenzungsmaßnahmen (etwa durch einen Zaun) sollen aber harmonisch in die Landschaft eingebunden werden, zum Beispiel durch eine umfangreiche Begrünung.
Daimler verfügt über eine Prüfstrecke in Papenburg. Warum wird diese nicht genutzt?
  • Der Fokus in Papenburg liegt auf vollkommen anderen Erprobungsumfängen als beim geplanten Prüf- und Technologiezentrum Süd.
  • Zudem ist Papenburg zu weit entfernt vom Forschungs- und Entwicklungszentrum in Sindelfingen, da die Schwerpunkte der geplanten Anlage von der täglichen Verfügbarkeit für die Forschungs- und Entwicklungsmitarbeiter abhängt.
Werden andere Erprobungsflächen im Land wegfallen?
  • Das neue Prüf- und Technologiezentrum Süd wird zum Beispiel die derzeitigen Prüfmodule in Wernau oder Malmsheim übernehmen, d.h. beide Standorte sollen dann von der Daimler AG nicht mehr genutzt werden.
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