Ausblick
Unseren Aktionären, den Analysten und der interessierten Öffentlichkeit möchte Daimler durch aktuelle, faire und transparente Kommunikation die Möglichkeit bieten, sich fundiert über das Unternehmen zu informieren.
Stand: 27. April 2012 - Zwischenbericht Q1 2012
Zu Beginn des zweiten Quartals sprechen die meisten Frühindikatoren dafür, dass die
Weltwirtschaft ihre Expansion im weiteren Jahresverlauf nicht nur fortsetzt, sondern zum Jahresende hin auch beschleunigen könnte. Allerdings bleibt der Aufschwung angesichts weiterhin vorhandener Risiken und bestehender Marktunsicherheiten noch ausgesprochen fragil und anfällig für externe Störungen. Dies gilt insbesondere für die weitere Entwicklung in der Europäischen Währungsunion (EWU), die noch auf absehbare Zeit durch die Staatsschuldenkrise und Konsolidierungsmaßnahmen geprägt sein wird. Es gibt berechtigte Sorgen, dass die gesamtwirtschaftliche Leistung in der EWU auch im zweiten Quartal 2012 rückläufig sein könnte. Das Ergebnis sollte aber besser sein als in den ersten drei Monaten, und es gibt auch durchaus Chancen, dass zumindest das Vorquartalsniveau gehalten wird. Wenn sich die Krise nicht weiter verschärft, sollte es für die EWU im laufenden Jahr bei einer milden und zeitlich begrenzten Rezession bleiben. Dabei werden allerdings die regionalen Unterschiede erheblich sein. Während die kleineren Länder der Peripherie teilweise tiefe Rezessionen durchlaufen und auch größere Volkswirtschaften wie Italien und Spanien im Minus liegen, haben sich zuletzt die konjunkturellen Aussichten für Deutschland merklich aufgehellt und bewegen sich eher in Richtung eines leichten Wachstums um 1%. Noch ausgeprägter ist die Anhebung der Wachstumserwartungen für die USA. Die Frühindikatoren signalisieren, dass die US-amerikanische Wirtschaft einen Wachstumspfad eingeschlagen hat, der aber mit Zuwachsraten um die 2% für amerikanische Verhältnisse noch immer vergleichsweise moderat ausfällt. Aufgrund der immens gestiegenen globalen Bedeutung ist insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung in China entscheidend. Hier ist zwar ein Nachlassen der Wachstumsdynamik unübersehbar, aber ein gesamtwirtschaftlicher Zuwachs von rund 8% bleibt durchaus erreichbar. Während die anderen asiatischen Volkswirtschaften ebenfalls solide zulegen sollten, werden Osteuropa und Lateinamerika trotz einer erwarteten Belebung in der zweiten Jahreshälfte vermutlich merklich geringere Zuwächse erreichen als im Vorjahr. In Summe werden die Schwellenländer im Jahr 2012 aber mit rund 5% erneut deutlich stärker zulegen als die Industrieländer (1,0 bis 1,5%), womit sich für die Weltwirtschaft ein Zuwachs von 2,5 bis 3% ergeben würde.
Der Anstieg der globalen
Automobilnachfrage sollte sich im weiteren Jahresverlauf fortsetzen, wobei die kräftigsten Wachstumsimpulse aus dem US-amerikanischen und dem japanischen Markt kommen dürften. Für die weltweiten Pkw-Zulassungen wird ein Zuwachs von rund 4% erwartet. In den USA ist aufgrund der verbesserten volkswirtschaftlichen Perspektiven mit einem Wachstum der Pkw-Nachfrage um rund 10% zu rechnen. Damit dürfte der Markt mit rund 14 Millionen verkauften Fahrzeugen das höchste Niveau seit fünf Jahren erreichen. Das Wachstum im japanischen Markt wird dank anhaltender Nachholeffekte und wiederbelebter staatlicher Kaufzuschüsse sogar deutlich zweistellig ausfallen. In Westeuropa hingegen ist aufgrund der nach wie vor ungelösten Staatsschuldenkrise und der damit verbundenen Konjunkturschwäche in Summe mit einem weiteren spürbaren Rückgang der Pkw-Nachfrage zu rechnen. Damit würde das Marktvolumen auf den niedrigsten Stand seit mehr als 15 Jahren fallen. Der deutsche Markt kann sich diesem Trend zwar nicht vollständig entziehen, dürfte aber immerhin einen leichten Nachfragezuwachs verzeichnen. Der chinesische Pkw-Markt sollte weiter zulegen, auch wenn im Vergleich zum Vorjahr eine nachlassende Wachstumsdynamik zu erwarten ist. Der Zuwachs im Premium-Segment sollte dabei allerdings weiterhin deutlich überproportional ausfallen. In Indien hingegen ist nach der merklichen Wachstumsabschwächung im Vorjahr wieder mit etwas höheren Wachstumsraten zu rechnen. Für den brasilianischen Markt ist erneut nur von einem leichten Anstieg der Zulassungszahlen auszugehen. Die Pkw-Nachfrage in Russland dürfte 2012 nach der kräftigen Erholung in den beiden Vorjahren nur noch moderat wachsen.
Bei der Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw dürfte sich der nordamerikanische Markt mit einem Zuwachs zwischen 15 und 20% erneut als wichtigster Nachfragetreiber weltweit erweisen. Verglichen mit dem ersten Quartal erwarten wir für die Folgequartale eine moderatere Wachstumsdynamik. Für den europäischen Lkw-Markt kann hingegen aufgrund der anhaltenden Staatsschuldenkrise und der schwachen Konjunktur bestenfalls mit einem Nachfragevolumen in etwa auf dem Vorjahresniveau gerechnet werden. Der japanische Markt sollte weiterhin von den anhaltenden Wiederaufbaumaßnahmen profitieren und dabei in einer Größenordnung von 15 bis 20% wachsen. Infolge der Einführung einer strengeren Abgasnorm analog zu Euro V wird für den brasilianischen Lkw-Markt ein Nachfragerückgang in der Größenordnung von 10 bis 20% erwartet. Für China wird nach der rückläufigen Marktentwicklung des Vorjahres mit einer Stabilisierung der Lkw-Zulassungen gerechnet. Der indische Markt dürfte sich mindestens auf dem Niveau des Vorjahres bewegen, und in Russland ist im Vergleich zu den beiden Vorjahren von einem deutlich moderateren Nachfragezuwachs auszugehen.
Für den europäischen Transportermarkt erwarten wir im Segment mittelgroßer und großer Transporter aufgrund der Schuldenkrise und deren Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft insgesamt einen leichten Marktrückgang. Dies ist vor allem auf die Schwäche der Märkte in Südeuropa zurückzuführen. Der Markt für Small-Vans dürfte sich in Europa leicht positiv entwickeln. Nachdem sich der Markt für große Transporter in den USA bereits im Jahr 2011 sehr positiv entwickelt hat, erwarten wir für das Jahr 2012 erneut ein deutliches Wachstum. Auch in Lateinamerika rechnen wir mit einem weiteren Marktzuwachs. Der chinesische Markt für mittelschwere und schwere Transporter dürfte sich leicht rückläufig entwickeln.
Bei den Omnibussen rechnen wir in Westeuropa mit einer stabilen Entwicklung. Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Situation dürfte der Markt auf dem relativ niedrigen Niveau des Jahres 2011 verharren. In Lateinamerika gehen wir von einem Nachfragerückgang im Zusammenhang mit der Einführung neuer Abgasnormen aus.
Auf Basis der Planungen der Geschäftsfelder erwartet Daimler, dass der
Konzernabsatz im Jahr 2012 den Absatz des Jahres 2011 von 2,1 Mio. Fahrzeugen übertreffen wird.
Mercedes-Benz Cars geht davon aus, den Absatz im laufenden Jahr weiter steigern zu können und dabei stärker zu wachsen als der Gesamtmarkt. Wir erwarten, dass unser Absatz auch in den weiteren Quartalen des laufenden Jahres jeweils über dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Dabei werden wir 2012 von einer weiterhin hohen Nachfrage nach unseren Modellen im Segment der C-Klasse profitieren. Ende März haben wir mit dem SL eine Neuauflage unserer Ikone im Sportwagensektor auf den Markt gebracht. Bei den Geländewagen erwarten wir vor allem von der vollen Verfügbarkeit der neuen M-Klasse sowie ab September 2012 auch vom neuen GL weiteres Wachstum. Zusätzlich kommen im Juni 2012 sowohl der kompakte Geländewagen GLK als auch die G-Klasse als neue Generationen auf den Markt. Einen weiteren Beitrag zum Absatzwachstum werden die neuen Modelle im volumenstarken Kompaktwagensegment leisten. Bereits im November 2011 ging die neue B-Klasse an den Start, und die neue A-Klasse folgt ab September 2012. Mit dem CLS Shooting Brake wird im September ein völlig neues Fahrzeugkonzept auf den Markt kommen. In regionaler Hinsicht sehen wir für 2012 vor allem in Nordamerika sowie in China, Indien und Russland weitere Wachstumschancen. Für die Marke smart erwarten wir ein weitgehend stabiles Absatzniveau.
Daimler Trucks erwartet für das laufende Jahr erneut steigende Absätze. In Europa wollen wir uns besser als der Gesamtmarkt entwickeln und somit unsere Marktführung weiter ausbauen. Unser wichtigster Hebel dafür ist der neue Actros. Effekte im Zusammenhang mit der Einführung einer strengeren Abgasstufe in Brasilien lassen für das aktuelle Jahr dort eine eher schwierige Absatzsituation erwarten, bei der wir jedoch unsere gute Marktposition halten werden. Aufgrund des nach wie vor sehr hohen Durchschnittsalters der Fahrzeugflotten gehen wir im NAFTA-Raum von einem anhaltend hohen Ersatzbedarf und somit einer weiteren Absatzsteigerung aus. Auch für Japan erwarten wir – getragen vom Wiederaufbau nach der Naturkatastrophe – steigende Verkaufszahlen.
Einen weiteren großen Schritt machen wir bei der Erschließung neuer Absatzmärkte: In Indien werden wir im dritten Quartal mit der Produktion von Fahrzeugen der Marke BharatBenz beginnen. Die Lkw für das sogenannte Modern Domestic-Segment sind robuster und einfacher ausgestattet als typische Triade- Lkw, weisen aber eine bessere Qualität und Kraftstoffeffizienz auf als die bisher auf dem indischen Subkontinent verfügbaren Fahrzeuge. Im weltweit größten Lkw-Markt China verfolgt Daimler Trucks zwei strategische Richtungen: den Verkauf der hochwertigen Mercedes-Benz Lkw für das Premiumsegment sowie zusätzlich den Verkauf von Lkw im preislich niedriger angesiedelten Volumenmarkt über das Joint Venture mit Foton. Die Kooperation übernimmt ab dem dritten Quartal die Produktion von Lkw der Marke Auman. Gemeinsam mit unserem strategischen Partner Kamaz operieren wir in Russland. Durch unsere beiden Joint Ventures erschließen wir den wachsenden russischen Markt und bauen so die globale Präsenz der Daimler Trucks weiter aus.
Mercedes-Benz Vans geht für das Jahr 2012 von einer weiteren Steigerung des Absatzes aus. Die Einführung des neuen Citan im Small-Van-Segment wird unseren Absatz in Europa weiter beleben. Insgesamt erwarten wir, das Absatzniveau des Jahres 2011 in Europa halten zu können. Darüber hinaus rechnet Mercedes- Benz Vans für 2012 mit einer Steigerung des Absatzes in den USA. Auch in den lateinamerikanischen Märkten sollten wir an der positiven Entwicklung durch die Einführung der aktuellen Modellgeneration des Sprinter partizipieren können.
Daimler Buses geht für das Jahr 2012 von einem geringeren Absatz aus, wobei sich der Anteil der Komplettbusse am Gesamtabsatz positiv entwickeln dürfte. Insbesondere in Lateinamerika erwarten wir für das Jahr 2012 eine schwächere Nachfrage aufgrund der Einführung der Euro-V-Abgasnorm, die im Jahr 2011 zu Vorzieheffekten geführt hat. Für das Komplettbusgeschäft in Europa gehen wir von einer leichten Erholung aus.
Daimler Financial Services erwartet für das Geschäftsjahr 2012 einen weiteren Anstieg von Vertragsvolumen und Neugeschäft. Bei den Kreditrisikokosten ist eine Normalisierung – und damit ein moderater Anstieg gegenüber dem außergewöhnlich niedrigen Niveau des Jahres 2011 – zu erwarten.
Nach dem deutlichen Anstieg im Jahr 2011 gehen wir davon aus, dass der
Konzern-Umsatz von Daimler im Jahr 2012 weiter zunehmen wird. In regionaler Hinsicht rechnen wir in den Schwellenländern und in Nordamerika mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten.
Auf der Basis der aktuellen Markterwartungen sowie der Planungen unserer Geschäftsfelder streben wir für den
Daimler- Konzern im Jahr 2012 ein
EBIT aus dem laufenden Geschäft in der Größenordnung des Vorjahres an. Dabei unterstellen wir Wechselkurse auf dem derzeitigen Niveau.
Für die einzelnen Geschäftsfelder streben wir die folgenden EBIT-Ziele aus dem laufenden Geschäft an:
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Mercedes-Benz Cars: auf Vorjahresniveau
-
Daimler Trucks: mindestens auf Vorjahresniveau
-
Mercedes-Benz Vans: mindestens auf Vorjahresniveau
-
Daimler Buses: unter Vorjahresniveau
-
Daimler Financial Services: leicht unter Vorjahresniveau
Daimler Buses erwartet im weiteren Jahresverlauf Belastungen aus der Repositionierung des europäischen Busgeschäfts von bis zu 50 Mio. € sowie des nordamerikanischen Busgeschäfts von rund 60 Mio. €.
Aufgrund der guten Nachfrage gehen wir davon aus, dass die weltweite
Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Jahresende 2011 steigen wird.
Vorausschauende Aussagen:
Diese Internetseite enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellen Einschätzung zukünftiger Vorgänge. Wörter wie »antizipieren«, »annehmen «,»glauben«, »einschätzen«, »erwarten«, »beabsichtigen«, »können/ könnten«,»planen«, »projizieren«, »sollten« und ähnliche Begriffe kennzeichnen solche vorausschauenden Aussagen. Diese Aussagen sind einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Einige Beispiele hierfür sind eine ungünstige Entwicklung der weltwirtschaftlichen Situation, insbesondere ein Rückgang der Nachfrage in unseren wichtigsten Absatzmärkten, eine Verschärfung der Staatsschuldenkrise in der Eurozone, eine Verschlechterung unserer Refinanzierungsmöglichkeiten an den Kredit- und Finanzmärkten, unabwendbare Ereignisse höherer Gewalt wie beispielsweise Naturkatastrophen, Terrorakte, politische Unruhen, Industrieunfälle und deren Folgewirkungen auf unsere Verkaufs-, Einkaufs-, Produktions- oder Finanzierungsaktivitäten, Veränderungen der Wechselkurse, eine Veränderung des Konsumverhaltens in Richtung kleinerer und weniger gewinnbringender Fahrzeuge oder ein möglicher Akzeptanzverlust unserer Produkte und Dienstleistungen mit der Folge einer Beeinträchtigung bei der Durchsetzung von Preisen und bei der Auslastung von Produktionskapazitäten, Preiserhöhungen bei Kraftstoffen und Rohstoffen, Unterbrechungen der Produktion aufgrund von Materialengpässen, Belegschaftsstreiks oder Lieferanteninsolvenzen, ein Rückgang der Wiederverkaufspreise von Gebrauchtfahrzeugen, die erfolgreiche Umsetzung von Kostenreduzierungsund Effizienzsteigerungsmaßnahmen, die Geschäftsaussichten der Gesellschaften, an denen wir bedeutende Beteiligungen halten, insbesondere EADS, die erfolgreiche Umsetzung strategischer Kooperationen und Joint Ventures, die Änderungen von Gesetzen, Bestimmungen und behördlichen Richtlinien, insbesondere soweit sie Fahrzeugemission, Kraftstoffverbrauch und Sicherheit betreffen, sowie der Abschluss laufender behördlicher Untersuchungen und der Ausgang anhängiger oder drohender künftiger rechtlicher Verfahren und weitere Risiken und Unwägbarkeiten, von denen einige im aktuellen Geschäftsbericht unter der Überschrift »Risikobericht« beschrieben sind. Sollte einer dieser Unsicherheitsfaktoren oder Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die den vorausschauenden Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen. Wir haben weder die Absicht noch übernehmen wir eine Verpflichtung, vorausschauende Aussagen laufend zu aktualisieren, da diese ausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basieren.
Weiterführende Informationen finden Sie in den ausführlichen Geschäfts- und Zwischenberichten sowie den ergänzenden Dateien und Berichtsformaten
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